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22.07.2022

Kontaveit & Pera bestreiten Damenfinale der Hamburg European Open

Bernarda Pera (Foto), die Spielerin der Stunde auf der WTA-Tour, fordert am Sonnabend die topgesetzte Weltranglisten-Zweite Anett Kontaveit im Endspiel der Damenkonkurrenz der Hamburg European Open 2022. Die US-Amerikanerin mit kroatischem Familienhintergrund setzte sich souverän mit 6:2, 6:4 gegen die mit einem Deutschen verheiratete und in Düsseldorf lebende Belgierin Maryna Zanevska durch. Anschließend gewann Kontaveit in einem umkämpften, intensiven und hochklassigen Match mit 6:3, 7:5 gegen Anastasia Potapova.

Kontaveit hat die bislang einzige Begegnung mit der Weltranglisten-81. aus den USA kürzlich in der ersten Runde in Wimbledon auf Gras gewonnen.

Pera geht in der Form der letzten beiden Wochen aber keinesfalls als Außenseiterin in das Finale. Sie hatte vergangene Woche das Turnier in Budapest gewonnen und verbesserte ihre Siegesserie auf elf Matches ohne Satzverlust in Folge. „Ich habe sehr viel Selbstvertrauen in mein Spiel, ich genieße diese Phase gerade“, sagte die 27-Jährige, „ich weiß nicht, ob ich im Endspiel gewinnen werde, das hängt auch von der Gegnerin ab. Aber ich weiß, dass ich gut spielen werde“, meint sie voller Selbstvertrauen.

Kontaveit hatte mit ihrem neuen Trainer Torben Beltz erst sehr kurzfristig die Wildcard für Hamburg angenommen und dafür ihr Training auf Hartplatz in Estland abgebrochen. „Eine richtige Entscheidung, auch wenn ich nicht weiß, ob Torben das genauso sieht“, scherzte die 26-Jährige, die erstmals seit einer Corona-Infektion Ende April wieder drei Matches in Folge gewinnen konnte.

Im zweiten Satz wirkte sie körperlich teilweise noch nicht wieder in Bestform, als sie nach einem 5:2-Aufschlag zweimal zum Matchgewinn aufschlug, aber zwei Breaks zum 5:5 kassierte. „Es war ein richtig gutes und schweres Match“, sagte die Estin, „ich bin sehr glücklich, dass ich es ins Finale geschafft habe.“ Und dort möchte sie am Sonnabend (ab 13 Uhr) ihre famose Turnierwoche am Rothenbaum krönen.

Halbfinal-Duell der Youngster - Alcaraz-Show geht weiter

Zwei junge Hamburg-Debütanten stehen sich im ersten Herren-Halbfinale der Hamburg European Open gegenüber: Der Argentinier Francisco Cerundolo (23) wird von dem noch drei Jahre jüngeren Italiener Lorenzo Musetti herausgefordert. Cerundolo stieß durch den hart erkämpften 6:3, 4:6, 7:6 (7:4)-Comeback-Erfolg über Aslan Karatsev unter die letzten Vier vor. Im dritten Satz hatte Karatsev schon zum Match serviert. Musetti setzte sich 6:4, 6:3 gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina durch. Beide treffen zum ersten Mal auf der ATP-Tour aufeinander. Auf der Challenger-Tour gewann Musetti auf Sandplatz vor zwei Jahren jedoch klar.

Der auf Weltranglistenplatz 30 notierte Cerundolo feierte nach seinem Turniersieg vor einer Woche im schwedischen Bastad bereits seinen achten Sieg in Folge. „Ich war etwas müde nach all den vielen Spielen“, sagte der Argentinier, „aber ich habe mit dem Herzen gespielt und mich durchgebissen. Ich bin natürlich froh darüber“, sagt der Südamerikaner, der mit seinem Halbfinaleinzug in Hamburg unter die Top 25 der Welt vorrücken wird.

Musetti hat sich am Rothenbaum aus einer kleinen Formkrise mit fünf Erstrundenniederlagen gespielt. Beim Masters-Turnier in Madrid im Mai war er  jedoch erst im Achtelfinale an Alexander Zverev gescheitert, auch in Monte Carlo erreichte er die dritte Runde. 2019 führte Musetti die Junioren-Weltrangliste nach seinem Sieg bei den Australian Open an. „Es gab zuletzt Verletzungen und harte Momente für mich“, sagte Musetti, „aber so ist es im Tennis, es geht immer hoch und runter und im Moment bin ich in einem Hoch. Ich bin sehr glücklich über das Halbfinale.“ Und das hat für ihn einen angenehmen Nebeneffekt: Er wird ab Montag erstmals zu den besten 50 Tennisspielern der Welt gehören.

Im zweiten Halbfinale stehen sich Topfavorit Carlos Alcaraz (Spanien) und der Slowake Alex Molcan gegenüber. Der topgesetzte Weltranglisten-Sechste Alcaraz ließ in seinem Viertelfinale bei seinem 6:0, 6:2-Sieg dem erfahrenen Khachanov keine Chance und legte eine begeisternde Show hin. Der Auftritt des 19-Jährigen war eine beeindruckende Demonstration der Stärke. Nur 69 Minuten benötigte er für den Erfolg und zeigte sich anschließend hochzufrieden: „Ich habe wirklich sehr, sehr gut gespielt. Ich fühle mich sehr wohl auf dem Sand hier in Hamburg,“ bilanzierte Alcaraz, der durch seinen Halbfinaleinzug sein Career High verbessert hat. Ab Montag rangiert er in der ATP-Weltrangliste mindestens auf Platz fünf, sollte der 19-Jährige die Hamburg European Open gewinnen, grüßt er sogar von Platz vier.

Molcan profitierte bei seinem 7:6 (9:7), 2:0-Erfolg gegen Borna Coric von der verletzungsbedingten Aufgabe des Kroaten im zweiten Satz. Coric hatte sich eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Der erste Durchgang war spektakulär, extrem umkämpft und völlig ausgeglichen. Der ehemalige Weltranglisten-12. aus Kroatien war im Mai 2021 an der Schulter operiert worden und gab nach über einem Jahr Zwangspause in diesem Frühjahr sein Comeback auf der ATP-Tour.

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