Rothenbaum-Comeback für „Combined"-Tennis
Noha Akugue, Gentzsch, Dedura & Co. beim Hamburg Ladies & Gents Cup
Am Hamburger Rothenbaum erlebt das kombinierte Damen- und Herrentennis sein Comeback: Beim Hamburg Ladies & Gents Cup schlagen vom 9. bis 16. August erstmals seit drei Jahren wieder Damen und Herren parallel an der Hallerstraße auf – mit einem ATP-Challenger 75 und einem ITF-W50-Turnier. Live zu erleben sind etablierte Namen aus der ATP- und WTA-Welt, internationale Stars von morgen und die deutsche Nachwuchselite. Angeführt werden die Meldelisten vom Ungarn Zsombor Piros (ATP 122) und der Tschechin Dominika Salkova (WTA 121). Auf ein Heimspiel freut sich Lokalmatadorin und Mitfavoritin Noma Noha Akugue (WTA 137), die beim WTA-Turnier am Rothenbaum 2023 sensationell im Finale stand. Aus Herren-Sicht ist der 22-jährige Aufsteiger Tom Gentzsch (Duisburg/ATP 186) der bestplatzierte Deutsche; für Furore sorgen könnte der 18-jährige Berliner Jungstar Diego Dedura (ATP 197), der am Sonntag im finnischen Tampere als erster Spieler des Jahrgangs 2008 ein Challenger-Turnier gewann. Der Eintritt ist an allen Turniertagen kostenlos.
Der Hamburg Ladies & Gents Cup ist mit insgesamt 147.000 US-Dollar dotiert und setzt einen weiteren Akzent in der starken Hamburger Turnierlandschaft: Nach dem ATP-500-Turnier „Bitpanda Hamburg Open“ im Mai und dem WTA-250-Event „MSC Hamburg Ladies Open“ in der vergangenen Woche kehrt nun auch ein „Combined“-Format an den Rothenbaum zurück – zuletzt gab es das 2023 bei den Hamburg European Open (ATP 500 und WTA 250). Der Ladies & Gents Cup wurde in den Vorjahren im Verbandsleistungszentrum in Hamburg-Horn auf Hardcourt ausgetragen.
Stolze Tradition: Schon Rafael Nadal spielte auf der Challenger-Tour in Hamburg
Turnierdirektor Björn Kroll dankt den Partnern – der „Active City“ Hamburg, dem Deutschen Tennis Bund und der Regionalliga Nord-Ost – sowie dem Club an der Alster als gastgebendem Verein. „Das Rothenbaum-Stadion als Bühne für ein Challenger- und ITF-Turnier ist einmalig in der Tenniswelt. Damit beweisen wir einmal mehr, dass auch Spitzentennis unterhalb der großen Profitour in Hamburg eine stolze Tradition hat“, sagt Kroll. Er erinnert an frühere Highlights: Rafael Nadal, der 2003 als 16-Jähriger beim Vorgänger-Challenger in Hamburg-Schnelsen auf Teppich das Endspiel erreichte, die Britin Emma Raducanu, die 2017 als 14-Jährige den U18-ITF-Titel in Hamburg gewann und mit 18 die US Open, sowie den Sieg der jungen Chinesin Qinwen Zheng 2021, die drei Jahre später Olympia-Gold in Paris holte. Im Jahr 2024 sorgte das Comeback der Schweizer Tokio-Olympiasiegerin Belinda Bencic nach ihrer Babypause für internationale Schlagzeilen. 2025 folgte der erste Challenger-Titel von Shootingstar Justin Engel. „Auch in diesem Jahr haben wir wieder zwei sehr starke Teilnehmerfelder – mit einigen Namen, denen Weltkarrieren zuzutrauen sind“, sagt Kroll.
Vier deutsche Herren sicher im Hauptfeld mit dabei
Im Herrenfeld zählt Titelfavorit Piros mit vier Saisonsiegen zu den formstärksten Spielern der Challenger-Tour; der 26-Jährige peilt in Hamburg seinen zwölften Titel an. Herausgefordert wird Piros vom aufstrebenden 21-jährigen Litauer Vilius Gaubas (ATP 128). Für Erfahrung im Feld sorgen Routiniers wie Roberto Carballés Baena (ESP/ ATP 176) und Sumit Nagal (IND/ ATP 246), die die junge Garde um den Kroaten Luka Mikrut (ATP 178) und den Dänen Elmer Møller (ATP 190) auf die Probe stellen werden.
Und auch die deutschen Starter haben realistische Titelambitionen. Neben Gentzsch, dem nach drei Challenger-Finals in dieser Saison noch der erste Titel fehlt, und Youngster Dedura, der bereits bei den BMW Open München 2025 mit seinem ersten ATP-Matcherfolg für Aufsehen sorgte, sind auch Henri Squire (ATP 214) und Niels McDonald (ATP 509) sicher im Hauptfeld mit dabei. Der 25-jährige Düsseldorfer Squire holte seinen bisher einzigen Challenger-Titel 2024 in der Halle des Hamburger Tennis-Verbands und würde diesen Erfolg gerne auf Sand wiederholen. McDonald – 18 Jahre alt und in Schwerin aufgewachsen – gewann in Roland Garros 2025 als erster Deutscher seit Alexander Zverev einen Grand-Slam-Titel im Junioren-Einzel.
Fünf Top-150-Spielerinnen am Start – Noha Akugue mit Karriere-Höchstranking
Auch das Damenfeld verspricht hochklassiges Tennis. Hier sind sogar fünf Top-150-Spielerinnen am Start: Salkova, Noha Akugue, die Slowenin Tamara Zidansek (WTA 142), die Niederländerin Suzan Lamens (WTA 145) und die Argentinierin Julia Riera (WTA 148). Die 22-jährige Glinderin Noha Akugue, die für den Club an der Alster in der 1. Bundesliga aufschlägt, spielt bisher die konstanteste Saison ihrer Karriere – in der Vorwoche bei den MSC Ladies Hamburg Open erreichte sie das Achtelfinale, außerdem gewann sie in diesem Jahr die Titel in Altenkirchen (ITF-W-75), Helsinki (ITF-W-50) und Wiesbaden (ITF-W-100). Belohnt wurden ihre Leistungen mit einem neuen Karriere-Höchstranking in dieser Woche – Platz 137.
Neben Noha Akugue steht Mona Barthel (WTA 215) als weitere Norddeutsche auf der „Acceptance List“ für das Hauptfeld. Die 36-jährige Neumünsteranerin war vor zwei Jahren in der Hansestadt erfolgreich, als sie die Britin Sonay Kartal im Finale in zwei Sätzen besiegte. Barthel gewann insgesamt bereits vier Titel auf der WTA-Tour und stand im März 2013 auf Platz 23 der Weltrangliste.
Chancen für weitere Deutsche über Wildcards und Qualifikation
Über die zu vergebenen Wildcards und die Qualifikation ist – wie auch bei den Herren – noch mit weiteren Deutschen im „Main Draw“ zu rechnen. Nicht den „Cut“ fürs Hauptfeld geschafft haben beispielsweise die 20-jährige Schleswig-Holsteinerin Tessa Brockmann (WTA 267) und die 18-jährige Badenerin Julia Stusek (WTA 375), die beide jüngst Hauptfeld-Wildcards bei den MSC Hamburg Ladies Open erhielten. Stusek feierte bei ihrem Achtelfinaleinzug sogar ihren ersten Matcherfolg auf der WTA-Tour. Sie und Brockmann gelten auch beim Hamburg Ladies & Gents Cup wieder als aussichtsreiche Wildcard-Kandidatinnen. Auf der Liste der „Alternates“, der potenziellen Nachrücker, steht in der Herrenkonkurrenz unter anderem der 27-jährige Hamburger Marvin Möller (ATP 319), der sich Anfang Juli im französischen Troyes seinen ersten Challenger-Titel erkämpfen konnte.
Das gesamte Teilnehmerfeld finden Sie hier.